Sehenswürdigkeiten auf Mallorca

Mallorca, die größte Balearenisel trumpft mit ihren vielfältigen Sehenswürdigkeiten. Dazu gehören nicht nur die traumhaften Strände und romantische naturbelassene Buchten, unberührte Landschaften, sowie das jährliche Ereignis der wunderschönen Mandelblüte. Nein, auf Mallorca finden Sie auch Tropfsteinhöhlen und Windmühlen. Dazu auch kleine malerische Orte bei denen die Zeit stehen geblieben scheint. Ebenso Berge und steile Felsklippen an einigen Küstenabschnitten. Erkunden Sie die weiteren Sehenswürdigkeiten auf der traumhaft schönen Insel Mallorca, die hier alphabetisch aufgelistet sind.

Wahrzeichen und Sehenswürdigkeiten

Naturschutzgebiet S’Albufera im Nordosten Mallorcas

S'Albufera

Im Jahr 1988 entstand mit dem Parc natural de S´Albufera de Mallorca in der Nähe von Alcudia das erste Naturschutzgebiet auf der beliebten Ferieninsel Mallorca. Mit seinen ausgedehnten Wasserflächen stellt der Naturpark S´Albufera heute das wichtigste Feuchtgebiet von ganz Mallorca dar. Außerdem ist das Schutzgebiet mit einer Fläche von etwa 1.700 Hektar auch eines der größten auf der Baleareninsel. Der Naturpark ist nicht nur als besonderes Vogelschutzgebiet (ZEPA) und als Naturgebiet von besonderem Interesse (ANEI) anerkannt, sondern steht auch auf der Liste der Naturgebiete von internationaler Bedeutung gemäß der Ramsar-Konvention. Das Sumpfgebiet entstand vor mehreren tausend Jahren, als hier ein durch Dünen von der Bucht von Alcudia abgetrennter See nach und nach immer mehr verlandete.

Im 19. Jahrhundert wies das Gebiet noch einen Durchmesser von rund 32 Kilometern und eine Gesamtfläche von 2850 Hektar auf. Die Versuche, das Gebiet durch Entwässerungskanäle trocken zu legen und so einerseits gegen Malariagefahren anzukämpfen und die Fläche landwirtschaftlich nutzbar zu machen, scheiterten aber am wiederholten Eindringen des Meerwassers in das Gebiet. Bis heute sorgen die beiden Wasserzuflüsse Torrent de Sant Mique und Torrent de Muro für einen stetigen Wasserzufluss in das Feuchtgebiet von S´Albufera. Da während der trockeneren Sommermonate allerdings auch vermehrt salziges Meerwasser in die Gebiete von S´Albufera eindringt, gedeihen auf den teilweise salzhaltigen Böden besondere Pflanzenarten wie Strohblumen, Kugelsimsen und verschiedene Orchideenarten. Im weniger stark vom Salzwasser erreichten Teil des Naturparks wachsen dagegen eher Rohrkolben, Brombeersträucher und die attraktiven lichten Galeriewälder aus Ulmen und Pappeln.

Insgesamt kommen im Naturpark S’Albufera rund 400 verschiedene Pflanzenarten vor, für viele davon stellt das Gebiet einen außergewöhnlich wichtigen Naturraum dar. Besondere Bedeutung (insbesondere auch durch die ausgedehnten Wasserflächen) haben in S´Albufera aber im Speziellen die Vogelpopulationen, deren 271 dokumentierte verschiedene Arten in diesem Naturpark für rund zwei Drittel der insgesamt auf den Balearen vertretenen Vogelarten verantwortlich zeichnen. Die in S´Albufera beobachtbaren Vögel teilen sich auf in hier brütende, das Gelände für die Futtersuche nutzende und als Zugvögel hier Station machende Vogelarten.

Bei einem Besuch in S´ Albufer können Sie je nach aktueller Jahreszeit mitunter vorüberziehende Flamingos, majestätische Fischadel oder auch attraktive Weißkopfruderenten sehen. Andere wichtige Tierarten im Naturpark S´Albufera sind die Vipernatter, die Europäische Sumpfschuldkröte, der Iberische Wasserfrosch, Aale und die seltene Mopsfledermaus. Obwohl jährlich rund 150.000 Menschen diesen landschaftlich reizvollen und überaus interessanten Ort besuchen, sorgen die ausgedehnten Wegenetze für eine gute Verteilung und somit für eine trotzdem sehr entspannende Atmosphäre.

Der Zugang zum Naturpark S’Albufera befindet sich an der steinernen Pont dels Anglesos, die etwa 6 Kilometer von Alcudia entfernt liegt. Von April bis September ist der Park von 9 bis 18 Uhr geöffnet, in den Wintermonaten von Oktober bis März wird eine Stunde früher um 17 Uhr geschlossen. Der Zutritt ist kostenlos, allerdings ist eine Anmeldung im Besucherzentrum sa Roca verpflichtend, wo es auch kostenlose Informationsbroschüren zum Gelände gibt. Verschiedene Beobachtungsstationen erlauben einen Blick auf die vielen Vogelarten, ohne diese zu stören. Ferngläser können im Besucherzentrum gemietet oder selbst mitgebracht werden. Außerdem gibt es auch ein kleines Museum, das besucht werden kann. Der Naturpark S’Albufera ist ein ideales Ausflugsziel für Familien und Reisende jeden Alters (es werden sogar Hilfsmittel für gehbehinderte Personen angeboten), die fernab der Partystrände und Hotelanlagen eine etwas andere Seite von Mallorca kennenlernen möchten.

Cap de Formentor

Cap de Formentor

Im äussersten Norden von Mallorca an der Steilküste Furmat, die fast 400 Meter aus dem Meer ragt, liegt das Cap de Formentor mit dem beeinndruckenden Leuchturm, das bei den einheimischen auch – Treffen der Winde – genannt wird. Von Port de Pollenca aus erreichen Sie vorbei an mehreren Aussichtspunkten, z.B. Mirador del Mal Pas mit der Sicht auf Colomer, einer sehr kleinen vorgelagerten Felseninsel. Der Panoramablick vom Talaia d’Albercuix, den Sie kurz darauf erreichen, ist kaum noch zu toppen, wunderschön und mehr als beeindruckend. Nun geht es vorbei an der romantischen Bucht Cala Pi de la Posada, einer der schönsten Strände von Mallorca. Weiter geht es vorbei an der idyllisch und etwas verborgen gelegenen Bucht Cala Figuera, von der man aus an schönen Tagen aus bis zur Nachbarinsel Menorca blicken kann. Last but not least ist am Racó de Xot eine knapp 90 m lange Höhle mit 2 Eingängen in der steilen Felswand, ein sehenswerter Ort mit prähistorischen Funden. Ein MUSS SEHEN für Interessierte an der Zeitgeschichte und ein UNBEDINGT ANSEHEN für Sehenswürdigkeiten auf der Insel Mallorca.

Castells auf Mallorca

Castell de Bellver

Hoch oben in Palma de Mallorca auf einer Erhöhung liegt das Schloß Bellver, das als Castell de Bellver bekannt ist und in den Jahren 1300 bis 1311 vom Baumeister Pere Salvà erschaffen und den Arbeitern erbaut wurde. Die in der Form meist rund gehaltene Festung hat zwei Ebenen, unten die Arkaden mit romanischen Ursprung, und die obere Ebene im gotischen Stil. Das Castell de Bellver das durch einen etwa 4m breiten Graben um die Festung umgeben ist, hat vier Türme, wovon der Turm Torre de l`Homenatge sich ausserhalb der Festung befindet, und nur durch eine enge Brücke vom Castell aus zu erreichen ist. In diesem Turm befindet sich ganz unten unter einer Klappe verborgen eine kleine enge Höhle, die damals als Verlies genutzt wurde und bei den Inhaftierten sicher die erwünschte Wirkung gezeigt hat.

Unter dem Castell Bellver, im Berg selbst wurde durch Abbau von Materialien beim Bau gewollt oder ungewollt ein Labyrinth erschaffen, das Coves d’Avall. Ausführlichere und weitere interessante Begebenheiten erfahren Sie bei einem Besuch des Museums, das sich seit 1936 in der unteren Ebene des Castell de Bellver befindet. Sie können das Castell bequem mit einem Hop-on Hop-off Touristenbus erreichen, der eine Stadtrundfahrt durch ganz Palma de Mallorca anbietet.

Castell del Rei

Das Castell del Rei (übersetzt: Burg des Königs) befindet sich in der Nähe von Pollença im Nordosten Mallorcas, heutzutage liegt die Burgruine auf dem Gelände der Finca Ternelles, welche sich im Privatbesitz der reichen Familie March befindet. Unter mallorquinischen Wanderfreunden haben diese Burgruine und der zu ihr führende Wanderweg nicht nur einen landschaftliche und historische, sondern auch eine durchaus politische Bedeutung: Zahlreiche Gerichtsprozesse wurden über Jahre hinweg zu der Frage geführt, ob die Familie March den Zugang zum Castell del Rei für Privatpersonen gestatten muss. Mittlerweile besteht der Kompromiss zwischen den Eigentümern und der Öffentlichkeit darin, dass Besuchswillige bei der Gemeinde Pollença einen von täglich 20 „Passierscheinen“ für den Weg ergattern können.

Dieser Vorgang ist kostenlos, allerdings sollte der entsprechende Antrag besonders für sonntägliche Besuche und im Winterhalbjahr rechtzeitig gestellt werden. Sobald man nach dem im Wald verlaufenden Teil des Wanderwegs zur Burg das Gelände der eigentlichen Finca erreicht, kann die Wanderung nach einer Kontrolle der Genehmigung und des Ausweises jeder Person durch einen Wachmann der Familie March fortgesetzt werden.

Das eigentliche Castell del Rei besteht heutzutage nur noch aus einigen Mauerresten und erinnert nur mit viel Fantasie an die einstige Bedeutung: Immerhin war die im 10. Jahrhundert errichtete Burg zur Zeit der Rückeroberung Mallorcas von den Mauren die Zuflucht letzterer und konnte noch über Jahre hinweg zahlreichen Belagerungen standhalten. Auch im Jahr 1349 erlangte dieser Ort erneut Bedeutung, als sich die Anhänger des in Llucmajor gefallenen Königs Jaume III. hier vor den Soldaten von Pedro IV. von Aragon verschanzten und schließlich ergeben mussten. Obwohl also nur vergleichsweise kleine Spuren des eigentlichen Castell del Rei erhalten sind, so strahlt dieser Ort durch die Lage auf einem Felsen in 492 Metern Höhe über dem Meer trotzdem etwas Magisches aus.

Castell de Capdepera

Das Castell von Capdepera wird gerne von Mallorca-Reisenden besucht, die an den Stränden der Ostküste ihre Ferien verbringen. Schließlich ist die hoch über der Kleinstadt Capdepera auf einer Anhöhe gelegene Befestigungsanlage nicht weit von Cala Ratjada, Cala Millor und Porto Christo entfernt und über die gut ausgebaute Straße Ma-15 auch von Manacor und Arta aus gut zu erreichen. Der Weg auf den 159 Meter hohen Puig de Capdepera führt zunächst über relativ steile Treppen, an denen entlang Zitronenbäume und Palmblätter aus den kleinen Gärtchen der Häuser am „Burgberg“ hevorlugen. Im Castell selbst sollte man zunächst die wenigen Treppenstufen auf den Wehrgang hinaus erklimmen, da sich zwischen den Zinnen hindurch ein absolut atemberaubender Blick bis auf die Küste bei Cala Ratjada eröffnet. Beim Castell de Capdepera nimmt die gesamte Spitze des Hügels ein, da es sich um ein sogenanntes Wehrdorf aus dem 14. Jahrhundert handelt.

Es diente den Einwohnern des darunterliegenden Ortes als Rückzugsort, wenn vom Castell aus sich über das Meer annähernde Piraten gesichtet wurden. Bis heute erhalten haben sich auf der von der Mauer umschlossenen Fläche von 8069 Quadratmetern verschiedene Wohn- und Lagergebäude, der „Torre d’en Miquel Nunis“ und die romantische kleine Kirche „Nostra Senyora de l’Esperança“. Zeitweise boten im Castell de Capdepera bis zu 150 Häuser den Bewohnern über Zeiträume von mehreren Tagen und Wochen hinweg Schutz vor den häufigen Überfällen osmanischer Korsaren. Heute sind davon nur wenige Häuser übrig geblieben, zwischen denen allerdings Feigenbäume und andere mediterrane Baumarten angepflanzt wurden, die bei einem Burgbesuch willkommenen Schatten spenden. Im günstigen Eintrittspreis enthalten ist auch der Besuch einer kleinen Ausstellung, die über die Geschichte der Region und das traditionelle Kunsthandwerk der Korbflechterei informiert.

Roter Blitz

Roter Blitz

mit dem historischen Bummelzug die landschaftlichen Schönheiten Mallorcas entdecken. Als Roter Blitz ist bei den Einheimischen und Touristen auf Mallorca der Tren de Soller bekannt, der seit dem Jahr 1912 die Inselhauptstadt Palma de Mallorca mit dem in der Serra de Tramuntana gelegenen Ort Soller verbindet. Ursprünglich wurde die landschaftlich reizvolle Bahnstrecke zu Beginn des 20. Jahrhunderts geplant und gebaut, um landwirtschaftliche Produkte wie die berühmten Orangen von Soller einfacher und schneller nach Palma bringen zu können. Heutzutage ist dagegen der Ansturm der Touristen in der Hauptsaison so groß, dass sich ein frühzeitiger Ticketkauf lohnen kann. In Palma beginnt die Fahrt mit dem Roten Blitz am kleinen Bahnhof an der Placa Espanya in Palma, von dessen einzigem Bahnsteg bis zu sechsmal täglich die Zugverbindungen nach Soller abfahren. Für die rund 27 Kilometer lange Strecke benötigt der Bummelzug ungefähr 40 Minuten bis 1 Stunde, je nachdem, ob auf der jeweiligen Verbindung der beliebte Fotostopp am Mirador del Pujol d´en Banya eingelegt wird.

Im Inneren der Garnituren sitzt man noch heute stilecht auf hölzernen Bänken, auch die originalen Gepäcknetze sorgen für einen hohen Nostalgie-Faktor. Die Fahrt von Palma nach Soller und/oder zurück ist nicht nur aufgrund des Ausblicks auf landschaftlich besonders spektakuläre Teile der Baleareninsel reizvoll, sondern begeistert Eisenbahnfans auch mit insgesamt 13 Tunnels und mehreren Brücken. Eine Fahrt über die Steinviadukte und an den Zitronen- und Orangenplantagen vorbei ist zu jeder Jahreszeit ein Erlebnis, besonders hübsch ist die Landschaft aber auch zur Mandelblüte Ende Januar. Wer möchte, kann in Soller noch in die seit 1913 betriebene Straßenbahn umsteigen, die bis in das etwa 4 Kilometer entfernte Port de Soller führt. Obwohl mittlerweile rund 1 Million Touristen pro Jahr mit dem Roten Blitz fahren und die Fahrtgeschwindigkeit mit durchschnittlich 25 Stundenkilometern mehr als gemächlich ist, stellt dieser Tagesausflug eine in jedem Fall lohnende Alternative zur Fahrt mit dem Auto oder dem Bus dar.

Drachenhöhle und weitere Tropfsteinhöhlen

Tropfsteinhöhlen

Die Drachenhöhle, eine der bekanntesten Sehenswürdigkeiten der Insel Mallorca. Die sogenannten Coves del Drac liegen etwas südlich des Küstenortes Porto Cristo auf dem Gemeindegebiet von Manacor. Dieses Tropfsteinhöhlensystem war schon vor etwa 3.000 Jahren den früheren Bewohnern der Insel, den Talayoten bekannt. Im Jahre 1339 wurde die Drachenhöhle sogar von Soldaten durchsucht, um den dort vermuteten Schatz der Templer zu finden. Nachdem zu Beginn des 19. Jahrhunderts mehrere Forscher das Höhlensystem abschnittsweise erforscht hatten, erwarb der Mallorquiner Joan Servera Camps zusammen mit dem Grundstück rund um den Höhleneingang gleichzeitig auch das Recht, die unterirdischen Gangsysteme der Höhle zu nutzen. Schon 1934 wurden Teile der Höhle nach einigen erfolgreichen, unterirdischen Vorstellungen mit Musik und Ballett wie eine Märchenwelt beleuchtet. Schon damals fuhren über den bis heute größten unterirdischen See Europas geschmückte Orchesterboote, die von Besucherbooten begleitet wurden.

Seit der offiziellen Eröffnung im Jahr 1935 haben sich die Coves del Drac zu einer der am stärksten frequentierten Touristendestinationen von ganz Mallorca entwickelt. Während der Hauptsaison besuchen täglich mehrere tausend Touristen die Höhlen, in der Nebensaison kann es dagegen auch deutlich ruhiger sein. Allerdings windet sich der Weg auf eine Weise durch die unterirdischen Gänge der Höhle, die den wahren Ansturm weniger stark als real erscheinen lassen. So hat sich die Drachenhöhle bis heute einen besonderen Zauber bewahrt, wenn sie durch den nahe am Meer liegenden Eingang betreten und über die nach unten führenden Treppen immer weiter erforscht werden. Viele Menschen erinnern sich später an ihren ersten Besuch in der mallorquinischen Drachenhöhle als Kind und wie faszinierend die eindrucksvollen Kalksteinformationen wie Stalagmiten, Stalaktiten und Säulen wirken können.

Vor dem Verlassen der Höhle besteht der krönende Abschluss eines jeden Besuchs in der Höhle auch heute noch darin, auf der 1.100 Personen fassenden Tribüne am Martelsee Platz zu nehmen und im völligen Dunkel die vorüberziehenden, illuminierten Boote zu beobachten. Während der Hauptsaison können sich mitunter Wartezeiten bis zur individuellen Zutrittszeit zur Höhle ergeben. Da die Beginnzeit aber auf den Tickets aufgedruckt wird, können längere Wartezeiten bei einem Besuch mit dem Mietwagen überbrückt werden, indem man sich Erfrischungen oder einen Stadtbummel im direkt benachbarten Porto Cristo gönnt.

Die Coves d’Artà, die ursprünglichere Alternative zur Drachenhöhle

Während die Drachenhöhle bei Porto Christo schon früh touristisch erschlossen und auch entsprechend ausgebaut wurde, kann der natürliche Charme der Coves d’Artà (manchmal auch bezeichnet als Coves de s’Ermità) noch einfacher erkannt werden. Die Insel diente zu früherer Zeit Piraten auf der Baleareninsel als Versteck. Heutzutage kann die Höhle bequem über die Zufahrtsstraßen des Orts Canyamel bei Capdepera erreicht und über den asphaltierten Zugangsbereich unter einem großen Felsbogen betreten werden. Auch die Coves d’Artà entstanden durch die Ausspülung von Kalkgestein durch die Einwirkung von Wasser.

Daher sind auch in diesem Höhlensystem prächtige Stalagmiten und Stalaktiten zu bewundern, die durch verschiedenfarbiges Licht besonders märchenhaft illuminiert werden. Das historische Gedenkbuch weiß von berühmten Besuchern wie Jules Verne, Alexandre Dumas, Antonio Maura und Victor Hugo zu berichten. Wie die Drachenhöhle sind auch die Coves d’Artà ganzjährig für Touristen geöffnet. Viele der Höhlenräume in den Coves d’Artà tragen so klingende Namen wie „Vestibül“, „Vorhof der Hölle“ oder „Paradies“. Das Paradies gleicht in seiner Form dem Innenraum eines Doms und soll in etwa den gleichen Rauminhalt haben wie der Raum, den die Kathedrale von Palma de Mallorca einnimmt.

Coves de Campanet, Ausflugsziel an der Serra de Tramuntana

Weit weniger bekannt als die Drachenhöhle und die Coves d’Artà sind die Coves de Campanet, welche sich etwa 10 Kilometer nordöstlich der Stadt Inca befinden. Dabei lohnt sich ein Besuch schon allein aufgrund der wunderbaren Terrasse, von der aus sich ein fantastischer Ausblick auf das hügelige Umland eröffnet. Eine interaktive Führung führt in rund 40 Minuten (mehrsprachig) durch die verschiedenen Kammern der Höhle. Dabei werden etwa 3200 Quadratmeter Höhlenfläche entlang einer 400 Meter langen Wegstrecke besichtigt. Da die Höhlen nicht so überlaufen sind wie ihre Pendants direkt an der Ostküste, sind sie besonders bei Familien mit kleinen Kindern beliebt.

Auch Radsportler wissen es zu schätzen, dass sie sich nach einer Tour durch die ländlichen Teile der Insel Mallorca bei einem Besuch in den Coves de Campanet abkühlen können. Rund um das Jahr herrschen in der Höhle gleichmäßig angenehme Temperaturen um die 20 Grad Celsius. Zwar wurde diese Höhle erst im Jahr 1945 durch einen spürbaren Luftzug aus einem Erdloch entdeckt und 1948 für Besucher geöffnet, tatsächlich reicht die Geschichte der Höhlenentwicklung aber bis zu 12 Millionen Jahren in der Erdgeschichte zurück. So entstanden im Gestein Felsformationen, die bildhafte Assoziationen wie „Orgelpfeifen“, „Elefant“ und „Buddha“ erwecken. Ein Besuch der Höhle mit ihrem „Palmensaal“, „Seesaal“, der „Verzauberten Stadt“ und vielen weiteren Räumen ist ein beeindruckendes Erlebnis für jeden Besucher Mallorcas.

Coves de Genova – in die Tiefen der Erde abtauchen

Die sogenannten Coves de Genova sind nicht zuletzt aufgrund ihrer verkehrsgünstigen Lage nahe der Inselhauptstadt Palma de Mallorca bei dem Örtchen Genova bedeutend. Auch wenn es sich bei diesem Höhlensystem um eines der kleinsten touristischen Höhlenabenteuer auf Mallorca handelt, so ist der Besuch durchaus für Familien mit Kindern oder als kurze Abwechslung vom städtisches Flair von Palma zu empfehlen. Da die Touren in bis zu 36 Metern Tiefe mit den Führern in relativ kleinen Gruppen durchgeführt werden, können die Naturschönheiten des vom Wasser über Jahrmillionen modellierten Kalkgesteins etwa ruhiger und entspannter genossen werden als vergleichbare Objekte in der Drachenhöhle bei Porto Cristo.

Die Coves del Hams – unterirdische Erlebnisse bei Manacor

Wie eine große Anzahl anderer Tropfsteinhöhlen auf Mallorca befinden sich auch die Coves del Hams im Osten der Insel, genauer gesagt auf dem Gemeindegebiet der Stadt Manacor. Dieses Höhlensystem wurde im Jahr 1905 durch Pedro Caldentey entdeckt, dessen Sohn die Höhle mit der noch heute sichtbaren Beleuchtung ausstattete. Spektakulärer Höhepunkt des rund 500 Meter langen, geführten Rundgangs durch den Untergrund ist die Show „Magical Mozart“, deren Lichteffekte den Aufführungen in der Drachenhöhle ähnelt.

Avenc de Son Pou – Naturerlebnis für Wanderer

Weniger touristisch erschlossen als andere Höhlensysteme auf Mallorca ist die unterirdische Felsenlandschaft von Avenc de Son Pou. Das ist nicht weiter verwunderlich, da der Eingang zur Höhle in einem Bergtal zwischen den Ortschaften Orient und Santa Maria liegt. Um nach dem Fußmarsch zum Höhleneingang etwas von den gewaltigen Felsdomen sehen zu können, sollten Besucher unbedingt selbst eine Taschenlampe mitbringen. Zwar wird auch diese Höhle während der Hauptsaison durchaus gut besucht, allerdings bietet sie ein sehr viel ursprünglicheres und mitunter auch einsameres Erlebnis als die touristischen Höhlen an der Ostküste Mallorcas.

Dracheninsel Sa Dragonera

Dracheninsel

Einsames Wanderparadies vor der Küste im Südwesten Mallorcas. Die Insel Sa Dragonera hat ihren Namen seltsam anmutenden Namen erhalten, da sie von oben an einen schlafenden Drachen erinnert. Die einstmals von Piraten als Trinkwasserfassungspunkt und Versteck genutzte Insel liegt nur etwa 800 Meter vom südwestlichen Zipfel der Insel Mallorca entfernt. Die Insel war in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhundert für eine Erschließung durch den Massentourismus vorgesehen gewesen, dies wurde aber von engagierten Naturschützern verhindert. So konnte das außergewöhnliche Ökosystem mit seiner abgeschlossenen Flora und Fauna erhalten und im Jahr 1995 ein offizielles Naturschutzgebiet auf der Insel ausgerufen werden. Auf einer Fläche von 288 Hektar lassen sich viele Tier- und Pflanzenarten finden, die sich auf der Hauptinsel Mallora nicht oder nur in leicht veränderter Unterart bestimmen lassen. Die höchste Erhebung auf Sa Dragonera stellt der schroffe Felshügel Na Pòpia dar, auf dem bis heute der Leuchtturm Far Vell steht. Ausflüge auf die Insel werden teilweise als Komplettpaket aus Schifffahrt, Schnorcheltrip und Verpflegung angeboten. Außerdem ist auch eine individuelle Anreise mit einem Wassertaxi von Sant Elm aus möglich.

Ein Glasbodenboot verkehrt während der Saison zwischen Puerto d’Andratx und Sa Dragonera. Die gebräuchlichste Form der Überfahrt ist die tagsüber stündlich verkehrende Fähre zwischen Sant Elm und dem kleinen Fährhafen in der Bucht Cala Llado auf der Dracheninsel. Hier befindet sich auch eine Rangerstation sowie ein Museum, in dem interessante Informationen über die Geschichte und Natur der Insel vermittelt werden. Wichtig ist bei einem Ausflug nach Sa Dragnera, dass man sich vorher selbst gut mit Trinkwasser, Verpflegung und allen sonst benötigten Dingen eindeckt. Immerhin bietet die Insel selbst keinerlei gastronomische oder touristische Infrastruktur, sodass für Verpflegung komplett selbst gesorgt werden muss. Dafür lohnt sich der Besuch aber vor allem aufgrund der unverfälschten und ursprünglichen Atmosphäre, bei der man sich selbst teilweise wie ein Entdecker fühlen kann. Auf Sa Dragonera gibt es verschiedene Wanderwege, die entweder zu ruhigen Badestellen am Meer oder zu eindrucksvollen Aussichtspunkten führen.

Einer der Wanderwege ist ein Rundweg, dessen Bewältigung in der Regel nicht mehr als eine halbe Stunde in Anspruch nimmt. Um dieses Minimalprogramm zu absolvieren, sollten Sie auf der Insel angekommen der Beschilderung von Weg 1 „Na Miranda“ folgen. Weg Nummer 2 führt Sie dagegen zur Nordspitze der Insel, an der sich der Far de Tramuntana befindet. Der Hin- und Rückweg nimmt auf dieser Route insgesamt etwa eine Stunde in Anspruch. Bemerkenswert ist in den durchquerten Teilen der Insel die hohe Anzahl an Eidechsen, denen man beim Sonnenbad entlang der Wegstrecke begegnet.

Geübtere Wanderer können sich auch an den etwas steinigen Weg Nummer 3 heranwagen, der in etwa 90 Minuten Gesamtzeit an die Südspitze von Sa Dragonera und zurück führt. Da auf diesem Weg unter anderem auch die höchste Erhebung der Insel erklommen wird, sollte für die insgesamt rund 600 zurückgelegten Höhenmeter etwas Kondition veranschlagt werden. Tolle Ausblicke auf die Weiten des Mittelmeers bieten sich am Wendepunkt des Wegs, dem alten Wachturm an der Südspitze von Sa Dragonera. Insgesamt ist die Dracheninsel ein gutes Ausflugsziel, um während der Hauptsaison die größeren Touristendestinationen etwas hinter sich zu lassen.

Ermita’s auf Mallorca

Ermita de Betlem – Einsiedelei in der Nähe von Arta

Bei der Ermita de Betlem handelt es sich um eine Einsiedelei im Osten Mallorcas, die seit dem Jahr 2010 aktuell nicht mehr von Mönchen bewohnt wird. Das ehemalige Benediktinerkloster kann entweder über einen ca. 5 Kilometer langen Wanderweg von der Urbanisation Betlem aus erreicht werden, wobei etwa 250 Höhenmeter zu überwinden sind. Man kann aber auch mit dem Auto direkt bis an das ehemalige Kloster fahren, wenn man von Arta aus etwa 9 Kilometer weit über die schmale MA-3333 färt und dabei den Pass Puig de sa Fon Crutia überwindet. Der Weg vom Tor bis zum eigentlichen Klostergebäude wird von stattlichen Zypressen gesäumt, die dem Anwesen eine sehr erhabene Atmosphäre verleihen. Momentan ist geplant, die Ermita de Betlem zukünftig für kulturelle Zwecke zu nutzen, in der Zwischenzeit ist aber eine Besichtigung der historischen Klosterkapelle möglich.

Diese wurde ab dem Jahr 1805 auf dem Gelände eines ehemaligen Landguts errichtet. Das Baumaterial hierfür wurde damals beschwerlich mit Schiffen von Soller in die Bucht von Alcudia und von dort mit Eseln zur Einsiedelei transportiert. Die Klosterkapelle hat einen kreuzförmigen Grundriss und ist stilistisch im Neoklassizismus angesiedelt. Neben dem Hauptaltar aus Marmor und den Fresken von Francesc Parietti ist besonders auch das dunkle Holzkruzifix „Christus der Agonie“ sehenswert, welches an jedem 1. Mai in einer eigenen Wallfahrt von Gläubigen verehrt wird.

Ermita de Bonany – mallorquinischer Dank für das „gute Jahr“

Die Einsiedelei von Bonany befindet sich weithin sichtbar auf einem Hügel zwischen den Ortschaften Sant Joan, Petra und Vilafranca de Bonany. Sie wurde von den Einheimischen ab dem Jahr 1609 errichtet, als nach mehreren Jahren Dürre und Hunger nach flehenden Gebeten endlich wieder Regen gefallen war. Im Jahr 1697 wurde der Gebäudekomplex im barocken Stil erweitert, die beiden barocken Kirchtürme stammen allerdings erst von einem Neubau in den Jahren 1920 bis 1925.

Besonders Radfahrer wissen nach der Anfahrt über die schmale Straße die Bänke im Schatten der Bänke vor der Kirche zu schätzen, um sich eine Pause zu genehmigen und den Ausblick über die umliegende Landschaft zu genießen. Beim Betreten der Kirche fallen seitlich zunächst erst die Kachelbilder auf, welche die Dürre und die folgenden Ernten durch den „göttlichen Beistand“ zeigen. Das sehenswerteste Kunstwerk in dieser Kirche ist aber eines der wohl ältesten Marienbildnisse Mallorcas, das mit seiner Entstehung in das 8. Jahrhundert datiert wurde.

Ermita de la Victòria – ehemalige Einsiedelei auf der Halbinsel von Alcudia

Auch bei der Ermita de la Victòria handelt es sich um eine ehemalige Einsiedelei, die heute nicht mehr dem einstigen Verwendungszweck als Kloster entsprechend genutzt wird. Das gut erhaltene Klostergebäude liegt im Nordosten der Insel Mallorca in einer nahezu unberührten Berglandschaft. Die erste Einsiedelei hier stammt aus dem 14. Jahrhundert und der Legende nach soll der erste Eremit Diego von König Alfons V. für die Zubereitung eines Krankheiten heilenden Wunderwassers geschätzt worden sein. Mittelpunkt der Verehrung war bei früheren Wallfahrten vor allem die Jungfrau von La Victoria, eine gotische Marienfigur. Der Name „Muttergottes des Sieges“ soll auf den Umstand zurückgehen, dass die kleine Statue zunächst nach einem Piratenüberfall 1551 und später noch einmal trotz Diebstahl durch die Seeräuber später wie von Geisterhand wieder in der Kapelle erschien.

Die Kapelle mit der Marienfigur kann bis heute frei zugänglich besucht werden. Die restlichen Gebäude des ehemaligen Klosters wurden aber mittlerweile in eine gemütliche Gästepension umgewandelt. So kann jedermann die Ruhe und Abgeschiedenheit fernab von größeren Touristengruppen genießen. Sollte bei einem Aufenthalt der Blick auf die Bucht von Puerto Pollenca und das Cap de Formentor zu verlockend werden, so können Wanderer mit entsprechendem Schuhwerk auch die etwa 500 Meter zur Bucht von S´Illot absteigen und ein erfrischendes Bad in den Wellen des Mittelmeers nehmen.

Ermita de Sant Salvador – Wallfahrtsort in der Nähe von Felanitx

Wie auch andere Einsiedeleien auf der Insel Mallorca liegt die in der Nähe von Felanitx gelegene Ermita de Sant Salvador auf einem Hügel, sodass der Besuch schon allein aufgrund des grandiosen Ausblicks über die Umgebung lohnt. Hier sind die ersten Anlagen eines „Bethauses“ bereits ab dem Jahr 1348 dokumentiert. Aufgrund der häufigen Überfälle durch Piraten wurde die Anlage besonders massiv und beinahe wie eine Festung ausgebaut. Das auf den König Pedro IV. von Aragón zurückgehende Kloster ist heutzutage ein beliebtes Ausflugsziel bei Einheimischen und Gästen Mallorcas. Die Kapelle der Anlage ist der „Passio Imaginis“ geweiht, wovon auch eine wertvolle Steinmetzarbeit aus dem 15. Jahrhundert in einer Seitenkapelle zeugt.

Dieses Relief aus mallorquinischem Sandstein zeigt Kreuzigungs- und Abendmahlszenen und ist in kunsthistorischer Sicht außergewöhnlich für Mallorca. Außerdem wird hier aber auch schon seit dem 15. Jahrhundert eine Madonnenstatue verehrt. Der Innenausbau der prächtigen Kirche stammt größtenteils aus dem 18. Jahrhundert. Heute befindet sich im Gebäude ein Hotel mit angeschlossener Taverne, in deren Gewölbekeller kann das Leben heute weitaus luxuriöser als zur Zeit der ersten Eremiten in den Höhlen des Bergs genossen werden. Neben der Klosterkirche lohnt auch eine Besichtigung der 7 Meter hohen Christus-Statue, die neben der Kirche den oberen Abschluss eines insgesamt 37 Meter hohen Turms bildet.

Ermita de Sant Honorat – von einem Ritter begründet

Insgesamt befinden sich auf dem Puig de Randa 3 verschiedene Klöster, die besonders gerne von Wanderern besucht werden. Die Ermita de Sant Honorat geht auf den Ritter Arnau Desbrull aus Inca zurück, der sich nach 30 Jahren auf dem Puig de Randa vom Bischof die Erlaubnis ausbat, an dieser Stelle eine Kapelle errichten zu dürfen. Dieser erste Kirchenbau wurde im Jahr 1394 errichtet, er wurde aber 1670 durch das bis heute bestehende Kirchenbauwerk ersetzt. Dies lag wohl vor allem an den mangelnden architektonischen Kenntnissen des Ritters.

Seine Stiftung bewahrt ihr Andenken aber bis heute in einer Steintafel, die über dem Eingang der neuen Kirche integriert wurde. Die Kirche der Ermita de Sant Honorat ist Besuchern tagsüber frei zugänglich, das erst im Jahr 1890 von den Missioneros de los Sagrados Coracones gegründete Kloster wird heute von pensionierten Ordnesbrüdern bewohnt. Deshalb haben unangemeldete Besucher zum eigentlichen Klostergebäude keinen Zutritt. Es ist aber möglich, die freien Räume der Einsiedelei von Sant Honorat für Seminare mit bis zu 22 Teilnehmern zu mieten.

Fundació Pilar i Joan Miró

Joan Miro Stiftung

Die Joan Miro Foundation ist nicht nur für Liebhaber des berühmten Malers interessant. Die Fundació Pilar i Joan Miró im Südwesten von Palma, der Hauptstadt Mallorcas, ist eines der interessantesten Ausflugsziele, die Mallorca, die größte Baleareninsel Spaniens, zu bieten hat. Hier, im Miró-Museum, finden nicht nur Verehrer des bekannten Künstlers eine beeindruckende Anzahl seiner schönsten Werke. Es ist der Gesamteindruck, der sich nicht nur durch die künstlerische Seite wie Balsam anfühlt. Mit viel Liebe zum Detail und zum Künstler eingerichtet ist die Fundació Pilar i Joan Miró ein Ort, für dessen Besichtigung man sich etwas Zeit einplanen sollte, um zu genießen.

Dank einer Schenkung des katalanischen Künstlers an Mallorcas Hauptstadt Palma sind Joan Mirós Werkstätten bis heute ein wichtiges kulturelles Zentrum. Gegründet wurde die Fundació Pilar i Joan Miró im Jahre 1981. Der Künstler lebte von 1893 bis 1983. Von 1956 an bis zu seinem Tod arbeitete Joan Miró in den Werkstätten an seinen Kunstwerken, die bis heute nichts an Glanz und Kraft verloren haben. So ist es ein ganz besonderes Erlebnis, durch die Räume zu schreiten und sich an dem ungetrübten Engagement dieses Ausnahmekünstlers zu erfreuen. Im alten Haus Son Boter, das oberhalb eines malerischen Gartens liegt, befinden sich die Ateliers von Miró sowie das neue Atelier, das ein Freund von Miró, Josep Lluis Sert geplant hatte. Prunkstück ist aber das Ausstellungsgebäude der Stiftung, das auch architektonisch ein wahres Prachtstück geworden ist. Der Besuch lohnt sich also auf jeden Fall.

Im Fundació Pilar i Joan Miró befinden sich ungefähr 6.000 Werke. Darunter sind nicht nur Gemälde des Ausnahmekünstlers, sondern auch Zeichnungen und Skulpturen. Immer wieder finden dort auch Ausstellungen von anderen Künstlern statt, die in den Räumen des Fundació Pilar i Joan Miró einen würdevollen Rahmen genießen. Der Skulpturenpark vor dem Fundació Pilar i Joan Miró ist ebenso sehenswert wie die ausgestellten Werke von Joan Miró im Inneren der Stiftung.

Ein Grund, warum Miró gerade dieser Stadt sein Lebenswerk anvertrauen wollte, war wohl der Umstand, dass Mirós Mutter und seine Ehefrau von der Insel stammen. Er selbst ließ sich hier ab 1956 nieder. Den Wunsch der Stadt Palma seine Ateliers zu vermachen, teilte er übrigens mit seiner Frau. In der Fundació Pilar i Joan Miró befinden sich aber nicht nur die schönsten Werke und Skulpturen, sondern auch eine Bibliothek und ein Dokumentationszentrum. Im Fokus stehen Joan Miró, aber auch die Moderne Kunst. Über 12.000 Dokumente können im für die Öffentlichkeit zugänglichen Dokumentationszentrum eingesehen werden und sind für Kunstliebhaber sicher eine interessante Quelle.

Speziell zu Joan Miró gibt es eine eigene Abteilung sowie eine Büchersammlung. Für weiterführende Informationen stehen eine didaktische Abteilung sowie der Katalog der Bücher, die Moderne Kunst und anderes beschreiben, zur Verfügung. Fachzeitschriften aus dem In- und Ausland runden das umfangreiche Angebot des Dokumentationszentrums in der Fundació Pilar i Joan Miró gelungen ab. Es braucht also tatsächlich einen gewissen Zeitrahmen, um die Fundació Pilar i Joan Miró zu entdecken und die vielfältigen Eindrücke setzen zu lassen. Hilfestellung bietet der bibliothekarische Referenzdienst. Weiters können Videos und CD-Roms angesehen werden oder auf Wunsch besteht auch die Möglichkeit, im Lesesaal der Bibliothek Einsicht zu nehmen.

Die richtige Werkstatt von Joan Miró, das Studio Sert, entstand 1956 nach den Entwürfen des Architekten Josep Lluis Sert. Das Studio greift die Arbeitsweise des katalanischen Künstlers gekonnt auf und widerspiegelt seinen Stil auf raffinierte Weise. Die Finca Son Boter daneben wurde zu einem zweiten Studio, in dem Miró sich auf Bildhauerei und Malerei konzentrierte. Viele Grafiken, großteils Detailzeichnungen oder Entwürfe von Skulpturen, finden sich noch heute an den Wänden und verleihen den Räumen ein ganz besonderes Flair. Und wer meint, er hätte noch nie etwas von Joan Miró gesehen, der irrt, denn das Logo der spanischen Fremdenverkehrsbehörde – bunt und lebendig wie Spanien selbst – entstammt der Feder Mirós.

Mirós Werke sind sogar weltweit vertreten, denn am UNESCO-Haus in Paris finden sich Hinweise darauf. In den 2001 zerstörten Twin Towers hing ein Teppich von Miró. Also sollte man bei einem Aufenthalt in Palma keineswegs versäumen, die Fundació Pilar i Joan Miró zu besuchen. Nicht weit von Palma, in Cala Major, warten dann gut 2.000 Ölgemälde, 400 Keramiken und 500 Skulpturen darauf, von neugierigen Menschen aus aller Welt bewundert zu werden. Allein sein unermüdliches Engagement, die Liebe zur Kunst, die Miró entwickelte, lohnt den Besuch und sogar Mirós Atelier ist bis heute unverändert.

Fundación Yannick Vu & Ben Jakober – Mit Herz und Seele für Kunst und Kinder

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Fern der bekannten Sehenswürdigkeiten und Ausflugsziele von Mallorca, Deutschlands beliebtester Ferieninsel gibt es einen ganz besonderen Ort, der sich auf der nächsten Reise unbedingt auf der To-See-Liste befinden sollte: Die Fundación Yannick Vu & Ben Jakober Foundation nahe der Stadt Alcúdia ist nicht nur für Kunstliebhaber ein beliebter Treffpunkt. Die Stiftung wird von einem Tagungszentrum ergänzt und präsentiert Kunstwerke der besonderen Art. Auf knapp 160.000 Quadratmetern gibt es genug Platz für die unendlichen Ideen und Visionen des Paares, das hinter Fundación Yannick Vu & Ben Jakober Foundation steht: Yannick und Ben Jakober sind engagierte Menschen, ganz außergewöhnliche Menschen, die auf einer kleinen idyllischen Landspitze in der Bucht von Pollenca zum Nachdenken anregen. Das seit 1972 verheiratete Paar gründete 1993 Fundación Yannick Vu & Ben Jakober Foundation. Ursprünglich aus Wien kommend lernte Ben Jakober seine spätere Frau auf Mallorca kennen und lieben. Die Liebe zur Kunst, sei es das Sammeln derselbigen oder das selbständige Arbeiten als Bildhauer verband die beiden.

Es ist natürlich auch weiterhin die Kunst, die die beiden Weltenbummler, verbindet und so ist es nicht weiter verwunderlich, dass Kunst auch in ein museumpädagogisches Projekt hineinspielt, mit dem Ziel, Kinder die Kunst verständlicher zu machen. Ein großer Teil der Kunstwerke in der Fundación Yannick Vu & Ben Jakober Foundation sind Portraits von Kindern: Mehr als 150 solcher Gemälde befinden sich in der Jakober-Sammlung, die sich in im Aljibe, einem unterirdischen Wasserreservoir befindet. Viele Bilder sind Leihgaben, denn die Eintrittsgelder würden für die fortlaufende Finanzierung der eindrucksvollen Stiftung nicht genügen. Die Portraits stammen vorwiegend aus dem 16. und 17. Jahrhundert, aus den Federn von französischen, englischen, flämischen und spanischen Malern. Auch der bekannte mallorquinische Maler Joan Mestre, mit dessen Werk die außergewöhnliche Sammlung begann, ist in der unterirdisch liegenden Ausstellungshalle zu bewundern. Ernsthafte, verletzliche Gesichter von Erben aus europäischen Königshäusern.

Das Herzstück der Fundación Yannick Vu & Ben Jakober Foundation ist neben dem Tierpark mit vielen Tierdarstellungen aus Granit, der vor allem bei Kindern sehr beliebt ist, und dem Rosengarten die Bibliothek mit einer großen Sammlung von Büchern über die Kunstgeschichte sowie zeitgenössische Kunst: Installationen, Naives, Skulpturen und vieles mehr verteilt sich in den nubisch gestalteten Räumen, umrahmt von maurischen Kassettendecken. Nach der Eigennutzung der Räume stehen die einstigen Privaträume des Paares nun dem interessierten Publikum als Bildungsstätte, Tagungszentrum und Museum zur Verfügung. Eine Buchhandlung sowie ein Café laden die Besucher zum Schmökern und Entspannen ein.

In einem großen Ausstellungsraum, der über breite Treppen direkt vom Park aus erreicht werden kann, überrascht ein Wandteppich aus tausenden Strass-Steinen mit Werken verschiedenster Künstler sowie das atemberaubende Fossil eines sibirischen Wollnashorns, das ungefähr 125.000 Jahre alt ist. Ein Megalithenpark, Johannisbrot- und Mandelbäume empfangen die faszinierten Besucher wieder bei ihrer Rückkehr, nicht minder fasziniert von dieser Umgebung. Eine Ellipse aus zwölf unbearbeiteten Kalksteinriesen, die aus Binissalem stammen, laden zum Verweilen und Meditieren ein. Auch der Rosengarten ist ein solch außergewöhnlicher Ort. Hunderte Rosenarten sind hier zu bewundern. Der Grund für diesen Ort ist allerdings ein wehmütiger, denn er wurde als immerwährendes Gebet für die 1992 verstorbene Tochter von Yannick und Ben Jakober angepflanzt.

Nicht nur die Kunst überwältigt, auch die Bauweise des Hauses im hispanisch-maurischen Stil und die dazu gehörigen Elemente üben eine einzigartige Wirkung aus. Hölzerne Gitterfenster, Kuppeln und Gewölbe im andalusischen, nordspanischen und marokkanischen Stil dominieren. Ein bezaubernder Innenhof mit mehreren Gärten und Brunnen rundet das außergewöhnliche Ambiente der Fundación Yannick Vu & Ben Jakober Foundation gelungen ab. Ein Besuch bei der Fundación Yannick Vu & Ben Jakober Foundation lohnt sich auf jeden Fall und man sollte sich durchaus ein wenig mehr Zeit nehmen, um die berührenden Eindrücke setzen zu lassen. Die Liebe des Paares zu Kindern und Kunst ist an vielen Details deutlich spürbar und macht nachdenklich, nachahmenswert.

Jardins d‘ Alfabia – Romantik und vollendete Gartenkunst inklusive

Es muss nicht immer der klassische Sonnenuntergang sein, um romantische Gefühle zu wecken. Die Jardins d‘ Alfabia im Nordwesten der Sonneninsel Mallorca zählen zu den beliebtesten Ausflugszielen und das wohl zu Recht. Zwischen Palma und Port de Sóller ist ein Geheimtipp zu entdecken, der wohl längst kein Geheimtipp mehr ist, sobald man die Jardins d‘ Alfabia das erste Mal besucht hat. Die maurische Liebe zu harmonisch angelegten Gärten zeigt sich in den Jardins d‘ Alfabia eindrucksvoll. Man weiß nicht, wohin man zuerst seinen Blick richten soll. Jeder Garten buhlt um ungeteilte Aufmerksamkeit und das Haus inmitten vom diesem grünen Paradies wirkt wie ein wohl behüteter Edelstein. Historische Elemente setzen auffallende Akzente und zeigen eindrucksvoll, wie vielfältig die größte Baleareninsel sein kann.

Schon die Anfahrt zu den Jardins d‘ Alfabia ist lohnenswert, denn die Gärten liegen in der liebreizenden Ortschaft Bunyola im Tramuntanagebirge. Die Geschichte der subtropischen Pracht der Jardins d‘ Alfabia reicht bis in die Araberzeit zurück. Nicht nur Gartenfreunde kommen hier also voll auf ihre Kosten. Der Weg zu den Gärten erfolgt über eine Allee mit alten Platanen, der sogenannte „Gang zum Salon“ führt in einen der typischen mallorquinischen Innenhöfe, Clastra. In den Jardins d‘ Alfabia bietet sich eine atemberaubende Vielfalt an Pflanzen und verschiedensten Palmenarten. Die Palmitos, Garballons zum Beispiel stehen unter Naturschutz und kommen ausschließlich auf der mallorquinischen Insel vor. Darüber hinaus können Naturfreunde über 40 Strauch- und Baumarten mit mediterranem Flair aus nächster Nähe bewundern.

Die Gärten sind ebenso vielseitig. Eines der Highlights der Jardins d‘ Alfabia ist ein wunderschöner Seerosenteich, der natürlich ein beliebtes Fotomotiv ist. Typisch für die maurische Landschaftskunst sind die Wasserspiele mit 24 Fontänen, von denen die Schönheit der Gärten profitiert. Bambusfelder und Palmen, Wasserspiele und ein Seerosenteich und das alles auf Mallorca, wer hätte das gedacht?

Das vermutlich im 12. Jahrhundert gebaute Herrenhaus dient als Museum, der Turm im Innenhof stammt aus dem 16. Jahrhundert. In der Bibliothek dieses herrlichen Herrenhauses warten Literatur sowie mallorquinische Möbel und Gemälde aus vergangenen Zeiten auf die interessierten Besucher. In einem der Zimmer gab es einen berühmten Übernachtungsgast: Niemand Geringerer als Königin Isabel II. soll hier 1860 die Nacht verbracht haben. Der Wesir Ben-Abet soll das herrliche Anwesen der Lieblingsfrau geschenkt haben. Der Name alfábia leitet sich vom arabischen Wort für Krug ab. Tatsächlich versorgt die Quelle die riesige Gartenanlage und die davorliegenden Felder. Geschichte pur, wie sie kaum schöner sein könnte, oder?

Man sollte sich in der Tat beim Besuch der Jardins d‘ Alfabia eine kurze Auszeit gönnen, denn nahe dem alten Steinbrunnen lädt eine Terrasse verlockend ein, das Ambiente noch länger zu genießen. Schließlich ist man in Urlaub und wer sich in diesem außergewöhnlichen bezaubernden Ambiente nicht mehr Muse gönnt, der sollte seine Entscheidung nochmals überdenken. Allein der Besuch im Museum mit all seinen mallorquinischen Kostbarkeiten dauert eine gewisse Zeit. Warum nicht also noch länger verweilen und im Schatten eine Erfrischung genießen, ein wenig Tagträumen und sich von der alten Geschichte der Jardins d‘ Alfabia inspirieren lassen.

Wer diese Pracht an exotischen tropischen Pflanzen in allerschönster Pracht erleben möchte sollte am besten im Frühling kommen. Zwischen April und Juni erlebt man die Blütezeit dieser einzigartigen Schönheit der Jardins d‘ Alfabia. Im Sommer ist es ratsam, die Mittagszeit zu meiden. Weniger wegen der Hitze, sondern eher wegen der vielen Touristen, die sich dann in den Gärten tummeln. Übrigens ist es eine schöne Art des Reisens mit dem beliebten Tren de Sóller anzureisen, der von Palma bis Port de Sóller fährt – mit Zwischenstopp bei den Jardins d‘ Alfabia.

Kathedrale La Seu – das architektonische Juwel von Palma de Mallorca

Kathedrale La Seu

Während die Kathedrale von Palma de Mallorca im Volksmund oft auch als die Kathedrale des Lichts bezeichnet wird, bedeutet der Beiname „La Seu“ aus dem Katalanischen im Grunde übersetzt so etwas wie „Bischofssitz“. Tatsächlich ist die Kathedrale La Seu in Palma der Bischofssitz des Bistums Palma und damit auch dessen Bischofskirche. Nach einem Besuch der Inselhauptstadt Mallorcas fehlt die Kathedrale Las Seu in keinem Fotoalbum, zu dominant thront sie etwas oberhalb der Bucht von Palma und bewacht damit gleichermaßen den Zugang in die engen und teils verwinkelten Gassen der historischen Altstadt. Historisch reicht die Kathedrale zurück bis in das Jahr 1230, als die Grundsteinlegung durch König Jaume I. auf dem Gelände einer ehemaligen Moschee (nach der Rückeroberung Mallorcas von den Mauren) erfolgte. Abgeschlossen wurde der Bau des Kirchenschiffs erst um das Jahr 1587, Teile des Hauptportals wurden sogar erst im 20. Jahrhundert fertig gestellt.

Insgesamt ist die Kathedrale von Palma 109,50 Meter lang und 33 Meter breit, das Gewölbe ruht auf 14 Pfeilern, die jeweils 30 Meter hoch sind. Zwar weist der Bau keine ausgeprägten Türme auf, trotzdem stellt er ein wichtiges Beispiel für den Baustil der Gotik mit den nach oben strebenden Pfeilern und Türmchen dar. Beeindruckend ist das große Rundfenster mit Buntglasrosette, dieses kommt mit einem Durchmesser von 12,55 Metern fast an die ähnlichen Fenster in Paris (Notre-Dame) und im Straßburger Münster heran.

Seit der ursprünglichen Gestaltung des Baukörpers im Stil der mittelalterlichen Gotik haben auch andere Baustile wie Spätgotik, Manierismus, Renaissance und Klassizismus ihre Spuren im Innenraum der Kathedrale hinterlassen. In der jüngeren Zeit erfolgte im 21. Jahrhundert eine Neugestaltung einer Seitenkapelle durch Miquel Barceló, er schuf für die Kathedrale auch das bekannte Werk „Wundersame Vermehrung von Brot und Fisch“. Eine große Orgel für die Kathedrale wurde im 18. Jahrhundert durch den Mallorquiner Gabriel Tomás gebaut, sie verleiht den Messen in der Kathedrale La Seu besonderen musikalischen Glanz und wurde zuletzt im Jahr 1993 restauriert.

Seit 1932 befindet sich im Erdgeschoss des Glockenturms und in zwei Kapitelsälen ein Museum zur Geschichte und Bedeutung der Kathedrale La Seu. Bis heute ist die Kathedrale ein stolzes Wahrzeichen von Mallorca, mit dem sich viele Bewohner der Stadt Palma und der ganzen Insel identifizieren können. Schließlich wurde die Kathedrale währen ihrer mehrere Jahrhunderte dauernden Bauzeit aus Spenden aller Bevölkerungsschichten finanziert. Heute ist sie nicht nur ein Zeugnis des hohen Niveaus des mallorquinischen Kunsthandwerks, sondern auch eine willkommene Abkühlung bei einem Besuch der Stadt in der Sommersaison.

Für den Besuch dieser Kirche ist beim Betreten durch das sogenannte historische „Almosenhaus“ ein Eintrittspreis zu entrichten., der für den Erhalt der Bausubstanz eingehoben wird. Ein kostenloser Besuch ist aber zu den Messen und an den zwei Tagen im Jahr möglich, wenn das durch die Fensterrosetten einfallende Sonnenlicht eine sogenannte „Lichtacht“ in den Innenraum wirft: Dies ist jeweils immer am 2. Februar und am 11. November jeden Jahres der Fall. Seit dem Jahr 2016 ist es auch möglich, nicht nur die Inenräume im Rahmen einer Führung, sondern auch die Dachterrassen zu besuchen.

Dafür sind 215 Stufen zu erklimmen, was allerdings mit einem grandiosen Ausblick über die Stadt belohnt wird. Damit ist die Kathedrale La Seu nicht nur für Christen ein interessanter spiritueller Ort für einen Besuch bei einer Mallorca-Reise, sondern auch sonst ein durch und durch sehenswertes historisches Gebäude. Sollte sich ein Besuch der Kathedrale zeitlich nicht einplanen lassen, so bleibt immer noch die Möglichkeit, von unterhalb der Anhöhe ein Foto mit dem See und der Wasserfontäne im Vordergrund zu machen. Hier befindet sich auch eine große Parkgarage, in der Ihr Mietwagen für einen Besuch Palmas sicher abgestellt werden kann.

Klöster und Kirchen auf Mallorca

Die Basilica De Sant Francesc, der zweitgrößte Kirchenbau der Balearen

Nur wenige Gehminuten von der Kathedrale La Seu entfernt finden Besucher der Mallorca-Hauptstadt Palma mit der Basilica De Sant Francesc den zweitgrößten Kirchenbau der gesamten Balearen-Inselgruppe vor. Dieser geht in seinen Anfängen auf das Jahr 1281 zurück, in dem Jaume II. seine Erlaubnis zur Errichtung eines Franziskaner-Klosters in der Stadt erteilte. Zwar mussten Teile der Kirchenfassade nach einem Blitzeinschlag im 17. Jahrhundert wiederhergestellt werden, im Wesentlichen ist die mediterrane Gotik bei diesem kulturhistorisch bedeutsamen Bauwerk aber nach wie vor unbeschadet zu bestaunen. Beeindruckend ist der gewaltige Kreuzgang im Innenhof mit seinen insgesamt 115 Säulen mit Spitzbögen.

Hinter dem Altar befindet sich das Grab von Ramon Llull, einem bedeutenden Mystiker des Mittelalters und bis weit über die Grenzen der Insel hinaus tätigen Philosophen und Theologen. Das markante Denkmal vor dem Eingangsportal zur Basilica De Sant Francesc zeigt den hier im Kloster einst ansässigen Franziskanermönch Junípero Serra, der in Kalifornien zum Mitbegründer der Städte Sacramento, Los Angeles und San Francisco wurde.


Die Pfarrkirche St. Lorenz in Selva, majestätisch erhaben an der Spitze der Altstadt von Selva

Inmitten der Serra de Tramuntana bietet das beschauliche Städtchen Selva nicht nur einen Einblick in die etwas ruhigere Seite der Insel Mallorca, sondern auch Sehenswürdigkeiten wie die historische Kirche St. Lorenz. Zunächst gilt es hier aber die relativ steilen Gassen der Altstadt zu erklimmen, die zu dem auf der Spitze des Hügels gelegenen Gotteshaus Sant Llorenc führen. Dieser Punkt liegt angeblich gleich hoch wie das berühmte Kloster Lluc und bietet einen grandiosen Ausblick über die umliegenden Hügel und Täler.

Die imposante Freitreppe vor der Kirche gibt mit der Fassade und den Zypressen ein tolles Fotomotiv ab. Die gotische Kirche stammt ursprünglich aus dem 13. Jahrhundert und zählt mit zu den ältesten Kirchenbauten der ganzen Insel. Das Bauwerk wurde aber mehrmals umgebaut, nicht zuletzt nach einem großen Brand im 19. Jahrhundert. Der Heilige Laurentius, dem die Kirche geweiht ist, gilt auch als der Schutzpatron des Dorfes Selva. Das Beeindruckende an diesem Kirchenbau ist neben der Position als „Krone“ des bebauten Hügels der seitliche Bogengang. Im Inneren der Kirche können Besucher Werke und Kopien des Künstlers Antini de Veri i Salas besichtigen, bevor die Fabrikverkäufe vor Ort zum Einkauf von Schuhen und Lederwaren locken.

Sant Joan Baptista, die prachtvoll ausgestatte Kirche

Im Herzen der Insel Mallorca liegt die bäuerlich geprägte Gemeinde Sant Joan mit ihrer Pfarrkirche Sant Joan Baptista. Diese wirkt in ihrer Substanz auf den ersten Blick durchaus etwas groß dimensioniert, da sie die umliegenden Häuser der historischen Altstadt deutlich überragt. Die Ursprünge dieser Kirche gehen auf das Jahr 1293 zurück, was sie zu einer der ältesten Kirchen auf Mallorca macht. Allerdings wurde das Bauwerk im Laufe der Jahrhunderte mehrfach umgebaut und auch durch das Hinzufügen bestimmter Elemente ausgebaut. Heutzutage sind im Inneren der Kirche Sant Joan Baptista eine wertvolle Deckentäfelung und eine äußerst beeindruckende Alabasterkanzel zu sehen.

Wanderer und Radfahrer besuchen auf einer längeren Tour durch das Innere der Insel gerne die Kirche Sant Joan Baptista, um sich nicht nur kulturell und spirituell zu erbauen, sondern auch gleichzeitig etwas Abkühlung zu erlangen. An der Fassade zeigt ein Bild Johannes den Täufer, dieses wurde von dem Künstler Tomas Vila geschaffen. Außer der Kirche Sant Joan Baptista hat die Gemeinde Sant Joan auch noch weitere Sehenswürdigkeiten wie das Wegkreuz „Creu del Revull“, die berühmte Marienstatue aus dem 16. Jahrhundert im „Santuari de Consolacio“ und das Freilichtmuseum Els Calderers zu bieten.

Das Kloster Valldemossa – Urlaubsort von Chopin

Unter den historischen Bauwerken in Valldemossa stellt das Kloster von Valldemossa einen der begehrtesten Anlaufpunkte für Besucher der Ortschaft im Tramuntana-Gebirge dar. Die sogenannte Kartause von Valldemossa wurde im Jahr 1399 von König Martin I. von Aragon gegründet und im 18. Jahrhundert stark erweitert. Im Zuge der Säkularisation wurden die Klostergebäude im Jahr 1835 allerdings in private Hände verkauft und die Mönche vertrieben. Heute beherbergen die Gebäude im Kloster Valldemossa unter anderem zwei Museen, von denen sich eines mit der Geschichte des Klosters und seiner sakralen Kunstgegenstände beschäftigt. Daneben gibt es aber in ehemaligen Kloster-Räumlichkeiten aber auch noch das Chopin-Museum, in dem an den Besuch des Pianisten Frédéric Chopin und George Sand erinnert wird. Interessante Stationen auf dem Rundgang durch das ehemalige Kloster sind die erhaltene Klosterbibliothek, eine alte Apotheke mit originalgetreuer Ausstattung sowie der sogenannte Audienzsaal mit dem Stuhl des Priors von Valldemossa.

Auch eine Druckmaschine aus dem Jahr 1622 kann hier besichtigt werden. Die Eintrittskarte zum KLostermuseum berechtigt auch zum Besuch des direkt nebenan gelegenen Palasts von Königs Sanç, einem Sohn von Jaumes II., der von hier aus Mallorca zwischen 1311 und 1324 regierte. Die größten Besuchermagnete im Chopin-gewidmeten Teil des Komplexes sind die Klosterzellen Nr. 2 und 4 in denen das berühmte Liebespaar Chopin und Sand den Winter 1838/39 verbrachte. Eine Haarsträhne Chopins und eine Totenmaske erinnern an das musikalische Genie.

Das Kloster Lluc – Heimat einer „schwarzen Madonna“

Nachdem der heutige Standort schon in vorchristlicher Zeit als Kultstätte für verschiedene frühere Bewohner der Insel Mallorca gedient hatte, wurde für das Kloster Lluc ab dem 13. Jahrhundert zunächst ein Grundstein in Form einer kleinen Kapelle gelegt. Deren Standort soll der Fundort einer Madonnenfigur gewesen sein. Im 17. Jahrhundert erfolgte der Ausbau zum heute noch bestehenden Kloster- und Kirchenbau. Seit dem Mittelalter ist das Koster Lluc bereits der wichtigste Wallfahrtsort für alle katholischen Mallorquiner und gleichzeitig der Stammsitz einer Singschule, die seit dem 15. Jahrhundert durchgehend in Betrieb ist.

Von außen ist das auf 525 Metern über dem Meer inmitten des Tramunatana-Gebirges gelegene Kloster zwar relativ unauffällig und nüchtern, in seinem Inneren beherbergt es aber noch heute eine schwarze Madonna, die auch als „Moreneta“ bezeichnet und verehrt wird. Vor dieser Moreneta wird täglich ein „Salve“ für die Insel Mallorca, alle ihre Bewohner und Besucher von dem im Kloster ausgebildeten Knabenchor in den typisch blau-weißen Kleidern gesungen. Der Hauptaltar im Kloster Lluc ist besonders prächtig und auf jeden Fall einen Besuch wert. Es lohnt aber auch der Abstieg zum sehenswerten Kalvarienberg, da sich von hier aus spektakuläre Ausblicke auf die Umgebung eröffnen.

Das ehemalige Kloster Sant Salvador

Das Kloster Sant Salvador wurde im Jahr 1342 gegründet und liegt auf dem 509 Meter hohen Hügel Puig de Sant Salvador, unweit der Stadt Felanitx im Südosten der Insel Mallorca. Da sich hier nach den Schrecken der Pest eine Wallfahrt in immer größerem Umfang entwickelte, wurde die ursprüngliche Kapelle ab dem Jahr 1715 zur bis heute bestehenden Kirchenanlage ausgebaut. Von außen wirkt die Klosteranlage relativ schlicht, im Inneren beherbergt sie aber bis heute durchaus prunkvolle Zeugnisse des mallorquinischen Kunsthandwerks.

Das Kloster befindet sich zwar heutzutage im Besitz zweier Privatfamilien und wird nicht mehr von Mönchen genutzt, neben dem als Pension und Restaurant genutzten Klostertrakt kann aber nach wie vor die historische Kirche von Sant Salvador besichtigt werden. Der Hochaltar stammt aus dem 15. Jahrhundert und wurde von dem Bildhauer Pere Coronero geschaffen. Außerdem befindet sich im Inneren der Kirche auch eine wertvolle Marienstatue aus dem 13. Jahrhundert. Sehenswert ist neben der Klosteranlage Sant Salvador auch der 37 Meter hohe Turm, von dem eine Christus-Statue segensreich über die umliegende Landschaft wacht.

Santuari de Cura – ehemalige Lateinschule und jetzige Klosterherberge

Zwischen den Gemeinden Llucmajor und Algaida liegt das Kloster Santuari de Cura auf dem 543 Meter hohen puig de Randa. Wie das ehemalige Kloster Sant Salvador bei Felanitx wird auch das Kloster Santuari de Cura heute nicht mehr als Kloster genutzt, sondern als besondere Art von Hotel und Restaurant betrieben. Die ersten Spuren christlicher Besiedlung lassen sich auf das 13. Jahrhundert datieren, als sich hier auch die Schlafstelle des berühmten Franziskanermönchs Ramon Llull befand.

Die im 16. Jahrhundert hier gegründete Lateinschule umfasste zeitweise mehr als 100 Schüler und wurde im Jahr 1826 geschlossen. Das Bauwerk erlangte auch geschichtliche Bedeutung, da es im Jahr 1976 nach dem Tod des Diktators Franco zum Treffpunkt demokratischer Oppositionsgruppen wurde. Das Besondere an dieser Anlage ist, dass auch Touristen und Ruhesuchende in einer der ehemaligen Klosterzellen übernachten können, die mit viel Sorgfalt renoviert und mit modernen Annehmlichkeiten ausgestattet wurden. Seit dem Jahr 1522 wird bis heute an jedem vierten Sonntag nach Ostern das Fest „Segnung der Früchte“ gefeiert.

Neben der Klosterkirche befindet sich ein kleiner Souvenirshop, außerdem können im Restaurant am Bogengang Erfrischungen genossen oder der berühmte Randa-Likör verkostet werden. Im ehemaligen Schulsaal ist mittlerweile ein Ramon-Llull-Museum untergebracht, in dem Bilder, Gebrauchsgegenstände und alte Schriften des Gelehrten besichtigt werden können.

Kloster Mare de Deu de Gracia – Am Fuße des Puig de Randa

Insgesamt ist der Puig de Randa die Heimstatt von drei verschiedenen Klöstern bzw. Einsiedeleien, von denen das unterste das Kloster Mare de Deu de Gracia ist. Obwohl es sich um das kleinste der drei Klöster am Puig de Randa handelt, dürfte es in Bezug auf die Ausstattung und Bedeutung den ersten Platz einnehmen. Eine Höhle mit dem Namen S´Aresta wurde hier im 15. Jahrhundert von Franziskanermönchen zu einer Santuari mit Kapelle ausgebaut, wobei die überhängende Steilwand bis heute bedrohlich wirkt.

Die Apsis dieser ursprünglichen Kapelle ist heute als Seitenkapelle in der Klosterkirche erhalten und zu besichtigen. Diese Kirche wurde zwischen den Jahren 1622 und 1691 erbaut und weist eine besonders dekorative Pracht an Gemälden und Altären auf. Eines der wertvollsten Stücke im Inventar stellt eine Marienfigur von Gabriel Moger dar, die aus dem 15. Jahrhundert erhalten ist. Allerdings hat sich bei Umbauten im 20. Jahrhundert auch der berühmte Architekt Antonio Gaudi hier verewigt. Nach einem Felssturz im Jahr 2005 war die Kirche zeitweise für Besucher gesperrt, sie kann aber nun in frisch renovierter Pracht wieder von der Allgemeinheit besichtigt werden.

Das gut erhaltene Kloster Santuari de Monti-Sion

Das auf einem Hügel bei Porreres gelegene Kloster Santuari de Monti-Sion lohnt als Ausflugsziel nicht nur wegen seiner einmaligen Lage, die grandiose Panorama-Blicke auf das Herz der Insel Mallorca eröffnet. Zwar kann dieses Heiligtum auch mit dem Auto erreicht werden, beim Erwandern zu Fuß lassen sich aber auch gleich die historischen Kreuzwegstationen aus dem Jahr 1497 besichtigen. An der Stelle des heutigen Klosters Santuari de Monti-Sion stand im 14. Jahrhundert zunächst eine kleinere Kapelle, die 1498 durch die bis heute bestehende Kirche ersetzt wurde. Von 1551 bis in das 19. Jahrhundert gab es vor Ort eine Grammatikschule, in der Studenten auf ihre spätere Tätigkeit als Priester vorbereitet wurden.

Die Anlage wurde gegen Ende des 19. Jahrhunderts renoviert, sodass sie sich bis heute mehr oder weniger im Originalzustand erhalten konnte. Gäste können hier entweder nur einen Zwischenstopp im gemütlichen Restaurant einlegen oder in einem der modern eingerichteten Zimmer übernachten. Der Innenhof wird von Arkaden geschmückt und gibt nicht nur für architekturbegeisterte Besucher ein begehrtes Foto-Objekt ab. Die Kapelle „Unserer lieben Frau von Zion“ enthält viele wertvolle Kunstwerke wie ein Altarbild des Cosmas aus dem 18. Jahrhundert und historische Wappenbilder. Im Innenhof des Klosters befindet sich ein historischer Ziehbrunnen, dessen Steinmetzarbeiten von einer besonderen Qualität sind. Rund um Ostern gibt es auch heutzutage noch bedeutende Prozessionen von Wallfahrern zum Santuari de Monti-Sion.

Königspalast in Palma

Sehenswürdigkeiten

Der Königspalast Almudaina ist unmittelbarer Nähe der Kathedrale der Heiligen Maria in Palma de Mallorca, die im Volksmund kurz La Seu genannt wird und ist eine Besichtigung wert. Einst lebten in diesem Palast die arabischen Herrscher von Mallorca, doch durch die vielen Umbauten über die Jahrhunderte ist im Palast nicht mehr viel bis kaum etwas von den arabischen Einflüssen der Bauweise zu erkennen. Schade eigentlich, aber die Gartenanlagen des Palast, der S´Hort del Rei ist sehr schön angelegt und sehenswert. Auch Heute noch wird ein Teil des Palast vom spanischen König bei Anwesenheit auf Mallorca genutzt und durch die Flagge angezeigt. Die Räumlichkeiten der Königsfamilie, und die welche vom Militär genutzt werden, können natürlich nicht besichtigt werden. Ein Teil der Räume des Königspalast von Mallorca steht der Öffentlichkeit bei einer Führung offen.

Colònia de Sant Jordi, Salzberge und ein Hauch von Abenteuer auf Mallorca

Wer sich die schönste Zeit des Jahres nicht nur an den Stränden von Spaniens schönster Urlaubsinsel – Mallorca – vertreiben möchte, dem sei ein kleiner Geheimtipp ans Herz gelegt: Die Salines de Llevant versprechen bizarr schönes und unvergessliches Ausflugsziel mit typisch mallorquinischen Geschmack im wahrsten Sinn des Wortes. Im Licht der mallorquinischen Sonne glitzern die eindrucksvollen Salzberge. Diese kann man bei einer speziellen und sicher sehr informativen Besichtigungstour näher kennenlernen. Schließlich kommt man wohl kaum ohne dieses für Mallorca so typische Gewürz aus. Also warum nicht mal selbst vor Ort nachforschen und das ganz besondere Inselflair kennenlernen?

140 Salzbecken werden interessieren Touristen viermal täglich in den Salines de Llevant präsentiert. Diese ganz besondere Tour führt über schmale Stege durch die Salzbecken. Im Fokus stehen Erklärungen zur Gewinnung des kostbaren weißen Goldes. Mit Ferngläsern können die Touristen das intakte Ökosystem in seiner vollen Pracht bewundern, denn am Rand der Becken erwartet die Besucher ein Potpourri an Schilf, Binsen und Tieren wie Flamingos. Seltene Vogelarten wie die Korallenmöwe, der Schwarzschnabel-Sturmtaucher oder der Stelzenläufer jagen hier Salzkrebse und genießen ein einzigartiges Paradies, an dem nicht nur naturbegeisterte Urlauber ihre Freude haben. Die Salines de Llevant sind wirklich ein Traum und sollten zumindest einmal mit eigenen Augen erlebt werden.

Allein schon der Anblick verzaubert. Man fühlt sich wie in einem riesengroßen Winterzauberland und vergisst beinahe, dass man mitten im schönsten Urlaubsparadies ist! Im September beginnt die Salzernte. Das weiß glitzernde Salz türmt sich in eindrucksvollen hohen Salzbergen, die tolle Schnappschüsse für die Lieben daheim versprechen. So kennt wohl kaum jemand die größte spanische Baleareninsel und doch bot das weiße Gold schon lange Zeit vorher den Mallorquinern eine wichtige Einnahmequelle. Die Salines de Llevant ist der letzte Abbauort von Salz. Ungefähr 10.000 Tonnen Salz werden hier nahe von Colónia de Sant Jordi produziert.

Die Gewinnung von Salz folgt einer einfachen Tradition. Das Meerwasser wird durch miteinander verbundene künstlich angelegte Salzfelder, sogenannte cuarteradas, gepumpt. Ein Feld ist 7.100 Quadratmeter groß. Das Gebiet der Salines de Llevant umfasst ungefähr 160.000 Quadratmeter insgesamt. Im Sommer beschleunigen Wind und Sonne die Verdunstung des Wassers, sodass das beinahe reine Meersalz auf den cuarteradas zurückbleibt. Die glitzernde Kruste erreicht bis zu 14 Zentimeter, was einem Ertrag von einer Tonne Salz pro Quadratmeter entspricht.

Dieses Salz wird mit einer Salzegge abgetragen. Hier greifen Methoden, die bereits 2.000 Jahre alt sind, noch heute. So ist der Besuch der Salines de Llevant auch ein einzigartiger Ausflug in die langjährige Tradition Mallorcas und seiner Geschichte der Salzgewinnung. Tatsächlich startete die industrielle Gewinnung des mallorquinischen Salzes erst 1850. Die Flor de Sal ist die kostbarste Schicht dieser Kristalle und bildet die Oberfläche der heiß begehrten Kruste in den Salines de Llevant. Das nicht nur bei Touristen beliebte Salz kommt in zwei Sorten in die Läden der Baleareninsel.

Eine Fahrt durch die imposanten Salzberge der Salines de Llevant ist zweifelsohne ein Spektakel der Sonderklasse, das man nicht oft erlebt. Der Kontrast zwischen zum pulsierenden Colónia de Sant Jordi, einem beliebten Ferienort, und den stillen, scheinbar einsamen Wegen durch die Salzberge berührt. Hier wird Geschichte lebendig, denn schon im 4. Jahrhundert vor Christi wussten schon punische Händler um die Macht des weißen Goldes von Mallorca. Der Aufenthalt in den Salines de Llevant weckt nicht nur die Geschichte rund um die Gewinnung von Salz, sondern regt auch die Fantasie an. Gedanken an wagemutige Piraten, verschwundene Schätze und der Kampf um beste Qualität bei hohen Preisen kommen hoch, wenn man bedenkt, wie mühsam das Salz einst gewonnen wurde. Es lohnt sich also, sich auf eine informative Reise zu geben und anschließend das weiße Gold in der traditionellen mallorquinischen Küche geschmacklich neu zu entdecken.

Torrent de Pareis – Noch immer ein Geheimtipp

Der Torrent de Pareis ist ein lohnenswertes Ziel für viele Touristen, denn der Torrent, Sturzbach, führt durch eine eindrucksvolle Schlucht. Der Wasserspiegel verändert sich stetig, sodass nie sicher ist, wie spektakulär sich der wasserführende Sturzbach seinen Besuchern präsentiert. Im Nordwesten von Mallorca gelegen, inmitten der Serra de Tramuntana, mündet der Torrent de Pareis an der Bucht Cala de Sa Calobra in das Mittelmeer. Der Torrent de Pareis west genau genommen eine Länge von 3.300 Metern auf und bedeutet übersetzt Doppelbach, denn Pareis ist das spanische Wort für Paar. Er fängt am Zusammenfluss zweier Flüsse an, dem Torrent des Gorg Blau und dem Torrent de Lluc. Seit 2013 ist diese wunderschöne Schlucht des Torrent de Pareis ein Naturdenkmal und wichtiges Vogelschutzgebiet.

Es liegt inmitten einer geschützten Zone, dem auch der Großteil der Serra de Tramuntana unterliegt. Deshalb sollten Touristen, die das knapp 445 Hektar große Naturschutzgebiet, das Monument natural dels torrents de Pareis, del Gorg Blau i de Lluc besuchen, gewisse Verhaltensregeln beachten, um dieses wunderschöne Idyll auch für die nachkommenden Generationen zu bewahren. So sind die Mitnahme von Gestein, Campen an unerlaubten Stellen oder jegliche Veränderung der Wassersysteme verboten. Natürlich ist auch das Jagen oder Klettern in dem herrlichen Naturschutzgebiet strengstens untersagt. Wer allerdings die Schönheit dieser Gegend mit eigenen Augen erlebt versteht, warum sich die Sorge lohnt.

Hier gibt es mehr als 300 Pflanzenarten. Gut zehn Prozent davon sind sogenannte endemische Arten, die ausschließlich auf den Balearen zu finden sind wie zum Beispiel Terpentin-Pistazien, Stechpalmen, Felsenbirnen und zahlreiche für Mallorca typische Farnarten. Auch Tiere wie Felsentauben, Mauswiesel oder die verwilderte Hausziege finden im Naturschutzgebiet des Torrent de Pareis einen wichtigen Lebensraum.

Die Mallorca- Geburtshelferkröte zählt mittlerweile zu den gefährdeten Tierarten. Umso wichtiger ist der Tourismus in Torrent de Pareis, der jedoch großen Wert darauf legt, dass die Natur im Fokus der Aufmerksamkeit ist. Eine der bekannten Straßen Mallorcas, die 12,5 Kilometer lange Serpentinenstraße zur Cala de sa Calobra, führt seit vielen Jahren zum Torrent de Pareis, der bislang nur über die Schlucht oder die Bucht selbst zu erreichen war. Sa Calobra profitiert zwar von dem wachsenden Tourismus mit Bars, Gaststätten und Hotels, aber der große Publikumsmagnet ist und bleibt der Torrent de Pareis. Längst ist die Schlucht für Kletterwanderungen gefragt, sollte aber nur von erfahrenen Wanderern besucht werden. Ein starker Regen macht den Torrent de Pareis nämlich schwer passierbar. Warnschilder weisen auf diese Gefahr hin. Geführte Wanderungen mit erfahrenen Guides machen also durchaus Sinn.

Torre de ses Animes

Was wäre Mallorca, die größte spanische Baleareninsel, ohne seine Türme? Auf keiner Ansichtskarte oder Urlaubsselfie fehlen die typischen Torres, von denen es noch viele auf Deutschlands beliebtester Urlaubsinsel zu entdecken gibt. Der schönste Turm ist der Torre de ses Animes, Turm der Seelen, an einer malerisch gelegenen Küstenstraße von Andratx nach Estellencs. Majestätisch thront er 250 Meter über dem türkisblauen Meer, das Mallorca so reizvoll und unwiderstehlich macht. Ursprünglich war der Torre de ses Animes wie alle anderen Türme Teil einer großen Befestigungsanlage an der Westküste Mallorcas. Wem angesichts des Anblicks das Abenteuer lockt, der kann gern seinem Gefühl folgen. Der Torre de ses Animes ist nämlich zu besichtigen. Der begehbare Turm wird über eine Eisenleiter bestiegen. Einziger Wermutstropfen mag sein, dass man insbesondere im Hochsommer bei diesem Abenteuer nicht allein ist. Das merkt man bereits am oftmals überfüllten Parkplatz, aber das tut der Beliebtheit dieses Ausflugsziels keinen Abbruch.

Schließlich gehört es zum guten Ton eines Mallorca-Urlaubers, einmal auf dem Torre de ses Animes gestanden zu haben. Der Turm, auch unter dem Name Torre des Verger bekannt, war einst ein wichtiger Wachturm. Auch wenn er seine Bedeutung verloren hat, zeigt der Standort noch heute friedlichen Zeiten an, wie wichtig er war. Majestätisch trotzt er Wind und Wetter, dem Touristenansturm und könnte viele spannende Geschichten erzählen. Schon der Aufstieg über die pittoreske Treppe verlockt zum Träumen.

Der Torre de ses Animes ist also auch ein kleiner Geheimtipp für verliebte Pärchen, die sich hier zwar nicht allein wissen, aber doch ein romantisches Fleckchen auf der mallorquinischen Insel schätzen könnten. Die Küste fällt hier übrigens steil bergab. Dramatisch, eindrucksvoll – diesen Eindruck gewinnt man noch stärker, wenn man sich die Fotos in der Heimat ansieht und sich dabei ertappt, am liebsten gleich wieder die Koffer zu packen und sich an Ort und Stelle den Wind durch die Haare pusten zu lassen.

Errichtet wurde der Torre de ses Animes bereits 1579 zu einer Zeit, als Piratenangriffe gang und gäbe waren. Der aus gelbem Kalkstein erbaute Turm ist mit ungefähr acht Metern Höhe und einem Durchmesser von knapp vier Metern wesentlich größer, als man von der Ferne aus vermuten würde. Über dem Eingang liegt ein Erker, um unerwünschte Eindringliche mit Wurfgeschossen oder anderem zu empfangen. Als typischer Wehrturm weist auch der Torre de ses Animes Schießscharten auf. Interessantes Detail am Rande. Zur Meerseite ist die Brüstung halbhoch gebaut, während an der Landseite die Außenwand hochgezogen und mit den Schießscharten versehen ist.